Der Berater als – Fachexperte – Projektleiter – Interim Manager im herausfordernden Umfeld

Die Unterscheidung mag aus Sicht eines Auftraggebers auf den ersten Blick offensichtlich erscheinen. Tatsache ist jedoch, dass in der Regel mit der Absicht gestartet wird, eine externe[1] Fachexpertise für Unterstützung (insbesondere länger laufende) einzubeziehen. Aber je länger je mehr bekommt die Tätigkeit den Charakter einer Projektleitung oder sogar einer Interim Rolle in der Struktur des Kunden.

Ist das nun gut oder schlecht? Eine Rollenverfälschung oder eine zu begrüssende Gegebenheit?

Es kommt darauf an; grundsätzlich gehen wir von komplexeren Aufgaben aus, die den Einsatz von sehr erfahrenen, hochspezialisierten Personen erfordern. Wir sind davon überzeugt, dass der Einsatz eines Experten flexibel gegenüber der laufend ändernden Situation überprüft werden muss. Viel hängt damit zusammen, dass der Berater zu Beginn mit neuen Ideen, Modellen oder Methoden kommt, die ohne Zweifel neue Impulse in eine Struktur bringen und eine Veränderung induzieren kann. Mit fortscheitender Entwicklung einer Untersuchung, Planung oder Lösung einer Aufgabe, und je länger die Zusammenarbeit im demselben Externen dauert, desto mehr wird dieser, respektive das Beratungsteam wie eine interne Einheit gesehen und behandelt. Umso wichtiger ist es, dass einerseits die externe Leistung stufengerecht der Einheit mit dem grössten Nutzen zugeordnet wird und direkt mit dem Auftraggeber zusammenarbeitet. Anderseits muss die Rolle des Externen je nach Evolution des Mandates genau definiert werden. Je nach Anliegen oder Bedürfnis eines Kunden gegenüber der zu meisternden Herausforderung ist es angebracht für den externen Einsatz zumindest drei Rollen zu unterscheiden:

 

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Fazit ist, dass Fachexperten besser kurzfristig und für präzis definierte Vorhaben eingesetzt werden.

Bei einer länger dauernden externen Unterstützung ist dem Externen entweder die Rolle des Projektleiters zuzuteilen, wenn die Herausforderung im Wesentlichen definiert und planbar ist. Oder, der Externe sollte als Interim Manager für eine definierte Rolle in der bestehenden Organisationsstruktur eingesetzt werden, mit Zuteilung der entsprechenden AKV und unter Einbezug in die Zielvereinbarung der Geschäftseinheit.

Die Anforderungen in den drei Rollen unterscheiden sich im Wesentlichen in den Dimensionen „Führungserfahrung“ und „Fachwissen“, wie im nachfolgenden Bild gezeigt:

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[1] Externe bedeutet hier Einheiten, die nicht der eigenen Organisationseinheit angehören oder Personen, respektive Teams von Beratungsfirmen.

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