„Digitalisierung“ – eine Revolution die alle und jeden trifft – Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft

Digitalisierung bedeutet vom Begriff her die Überführung analoger Grössen in abgestufte Werte, zum Zweck sie elektronisch zu speichern oder zu verarbeiten. Jedenfalls hat dieser zuerst technisch geprägte Trend alle Gesellschaftsbereiche eingeholt und die „alte“ Welt überholt. So wird oft vom Jahr 2002 als Beginn des „Digitalen Zeitalters“ gesprochen, das Jahr, in dem die digitale Welt die analoge überholt hatte.

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Im wirtschaftlichen Kontext, Fokus dieses Artikels, ist heute Digitalisierung viel mehr noch mit der verstärkten Nutzung von Informationstechnologie in allen Lebenslagen und Geschäftsbelangen verbunden. Flexibilität, Innovation, Umbruch der Marktgesetze oder Effizienzsteigerung sind prägende Begriffe, die in den meisten Bereichen den Drang zur „Digitalisierung“ zunehmend nähren. Mit diesem Wandel stehen meist auch kritische Investitionsentscheide an, Vorhaben oder Projekte, die teilweise grosse, langfristige Engagements voraussetzen aber gleichzeitig unbekannte Risiken enthalten. Ganz zu schweigen von den sozioökonomischen Folgen, die diese Veränderungen auf Mitarbeiter, Kunden und Geschäftspartner noch haben werden.

 

Wird mit der Digitalisierung alles anders?

In gewissem Sinne schon. Im Kontext steht damit auch der Begriff der „4. Industriellen Revolution“. Ein grundlegender Wandel, der die heutigen Systeme grundlegend und dauerhaft verändert, neue Geschäftsmodelle hervorbringt und die Dimension hat, die Gesellschaft als Ganzes zu verändern. Alte Regeln gelten nicht mehr, neue bilden sich rasend schnell. Wer glaubte vor kurzem wirklich, dass hochwertige Dienste im Internet frei zu haben sind oder wer dachte, dass sich z.B. Flatrate Tarife in der Energieverteilung durchsetzen könnten? Wer sein Geschäftsmodell nicht flexibel anpassen kann, wird überrollt.

 

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Die Kraft der Revolutionen

1. Muskelkraft wird ersetzt durch Dampfmaschinen.
2. Dampf wird ersetzt durch Elektrizität.
3. Lineare Arbeitsplätze werden ersetzt durch Elektronik und Kommunikationstechnik.
4. Denkkraft wird ersetzt durch „Maschinen“.

Komplexe Fragen stellen sich für die Unternehmen mit diesen neuen, weitreichenden Möglichkeiten und Herausforderungen wie:

  • Wie können Investoren überhaupt davon überzeugt werden, dass ihr Engagement kurzfristig nichts bringt aber langfristig für den Erfolg eine Voraussetzung ist?
  • Wie können Informationsfluss, der Wissenszuwachs und der Technologiewandel, drei Treiber die sich alle rasant verändern, erfolgreich von Unternehmen aufgenommen und genutzt werden?
  • Welche Modelle und Trends etablieren sich wirklich, und was sind nur Hypes?
  • Wie soll die eigene Struktur und Organisation gestaltet werden?
  • Wie können die Mitarbeiter eines Unternehmens dem zunehmend raschen Wandel folgen?

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Hype Zyklus “neuer Technologien” – Roadmap für die Entwicklung der eigenen digitalen Businessszenarien (Quelle: http://www.gartner.com/newsroom/id/2819918)

 

Digitalisierung ist nicht eine Option sondern eine Voraussetzung für den langfristigen Erfolg!?

Damit der Erfolg bestehen bleibt, sind folgende Voraussetzungen im eigenen Unternehmen kritisch zu beurteilen und wo nötig Verbesserungsmassnahmen einzuleiten:

  • Besteht eine Unternehmenskultur, die fähig ist sich selbst immer wieder neu zu erfinden und aufzubauen?
  • Besteht eine Kontrollkultur, die aufwändige Kontrollmechanismen einsetzt damit Schummeleien verhindert werden? Nach Enron meinten viele es sei damit vorbei – bis ein grosser Autokonzern Illusionisten mit einem Schock aufweckte.
  • Besteht eine Kultur, in der Innovation laufend bottom-up bringt?
  • Werden Schwierigkeiten als Chance aktiv angegangen und nicht verschwiegen?
  • Angelehnt an ein bekanntes Zitat: „Fragen sich die Mitarbeiter, was sie für das Unternehmen tun können, oder was das Unternehmen für sie tun kann?“
  • Besteht eine Kultur, in der Komplexitätsbehandlung als Kerndisziplin anerkannt und gefördert wird?

Robot and human hands almost touching - 3D render. A modern take on the famous Michelangelo painting in the Sistine Chapel; titled, "The Creation of Adam".

Ich denke, dass wir in einer äusserst spannenden Zeit leben. Noch nie hatten wir so weitreichende Möglichkeiten uns so fundamental zu verändern. Ja, wer sich nicht selbst zu verändern weiss, der wird vehement zur Veränderung getrieben.

Nicht wollen ist der Grund, nicht Können der Vorwand.

 

 

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