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ReferateInteressenausgleich zwischen Staat und WirtschaftAls kritische Infrastrukturen werden nicht etwa besonders terrorgefährdete oder gefährliche Objekte angesehen, sondern diejenigen Einrichtungen und Organisationen, deren Ausfall Auswirkungen auf überregionaler Ebene zur Folge haben kann. Aktuell sind die Infrastrukturen in 10 kritische Sektoren zusammengefasst, wie beispielsweise Energie, Kommunikation oder Verkehr. "Der Schutz kritischer Infrastrukturen ist nicht zum Nulltarif zu haben und wird letztlich durch den Endkunden bezahlt werden müssen", sagte Dr. Stefan Brem, Leiter Risikogrundlagen und Forschungskoordination, Bundesamt für Bevölkerungsschutz BABS. Der Interessensausgleich zwischen Staat und Wirtschaft ist nur möglich über die Einbindung verschiedenster Akteure mit unterschiedlichen Interessen in einem permanenten Risikodialog, damit Vorbereitungen für den Eventualfall getroffen werden können. Strommarktliberalisierung ist nur ein Preisfaktor unter vielenDie Schweiz kann sich den EU-Anforderungen nicht entziehen, denn die Energieversorgung macht an den Staatsgrenzen keinen Halt. "Die BKW gehen von einer vollen Marktöffnung aus", sagte Mark Vogel, Leiter Geschäftseinheit Operations Netze, BKW FMB Energie AG. Erfahrungen aus dem Ausland zeigen, dass die Liberalisierung zu sinkenden Strompreisen bei Grosskunden führt. Allerdings profitieren Haushalte wenig. "Strommarktliberalisierung ist nur ein Preisfaktor unter vielen, unterstützt aber mittel- bis langfristig die Senkung des Strompreises. Jedoch können die Strompreise aufgrund anderer Faktoren wie der sogenannten Energielücke stark steigen", so Vogel. "Die Behörden werden nur die grossen Player kontrollieren und die weiteren Schritte der Energiebranche bremsen." Die Behörden sind gefordert, denn über rasche Bewilligungsverfahren, eine klare Energiepolitik, Kontrolle über sämtliche Netzebenen, Steuern und Abgaben auf Strom sowie durch die Übernahme der EU-Gesetzgebungen beeinflussen sie die Chancen und Gefahren der Liberalisierung massgeblich. Liberalisierung und Globalisierung führt bei der Bahninfrastruktur zu einer aufwendigen HarmonisierungDie Schweiz nimmt beim Eisenbahnverkehr im internationalen Vergleich einen Spitzenplatz bezüglich Netznutzung und Pünktlichkeit ein. Dabei ist die Infrastruktur ein Schlüsselfaktor für die Leistungsfähigkeit der Bahn sowie die Basis für einen pünktlichen Zugsverkehr. "Die permanenten Leistungssteigerungen sind nur möglich durch Automatisierung, eine gemeinsame Datenbasis sowie durchgängige Datenschnittstellen und -integrität", führte Benno Nussberger, Leiter SBB Telecom aus. Der Schweizer Schienenverkehr liegt mitten im Herzen Europas und ist von den europäischen Regulierungen stark betroffen und selbst in diversen Gremien engagiert. "Liberalisierung und Globalisierung führt bei der Bahninfrastruktur zu einer aufwendigen Harmonisierung, was einer Regulierung gleichzusetzen ist", so Nussberger. Liberalisierung findet nicht bei der Infrastruktur statt, sondern bei deren Nutzern. Die Fragen während der abschliessenden Diskussion zeigten, Infrastrukturen sind ein zentraler Bestandteil für das Funktionieren von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft. Staat und Wirtschaft organisieren sich in unterschiedlichen und internationalen Gremien. Branchen-Regulierungen finden auch ohne Koordination durch den Staat statt. Die zunehmende Leistungssteigerung und Vernetzung führt zu einer Zunahme an Komplexität, wobei der Faktor Mensch als potentielle Schwachstelle nicht vergessen werden darf. Zuverlässige Infrastrukturen sind mitunter geprägt von gut ausgebildetem Personal. Im Namen von Intercai bedanken wir uns bei den Referenten, sowie bei allen Gästen für ihr Kommen und ihre aktive Teilnahme. Wir freuen uns schon heute auf interessante und anregende Diskussionen am nächsten Intercai-Kundenevent, der am
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