Vom Business Ecosystem zum Business Modell

Mit dem Einstieg in das neue Jahr wird vielerorts hinterfragt ob die aktuelle Positionierung des Geschäfts noch stimmig ist, welche Faktoren sich verändert haben und was für Veränderungen allenfalls eingeleitet werden müssen. Aber wie war das? Im letzten Jahr standen doch die gleichen Fragen zur Debatte – auf welchen Grundlagen wurden damals die Überlegungen angestellt? Wenn Sie jetzt nach ausführlichem Zahlenmaterial suchen und sich überlegen müssen wie diese Daten wieder erhoben werden, haben Sie einen arbeitsintensiven Start in das neue Jahr. Es gibt einfachere Wege zur Bestimmung der Positionierung, und dieser Artikel soll Ihnen einen solchen Weg aufzeigen.

 

Herausforderung

Die Basis von einem robusten Business Modell ist die Erkennung von konsistenten Abhängigkeiten zwischen den verschiedenen Einflussfaktoren und Bedürfnisträgern. Die Erkennung von Erfolgsfaktoren, Zielkonflikten, Beeinflussern aber auch Hürden in einem Geschäftsmodell sind von essentieller Bedeutung für die Auslotung von Chancen und Risiken des geschäftlichen Erfolgs. Für die Darstellung von Abhängigkeiten aber auch durch Diskussionen im Team, haben visuelle Instrumente deutliche Vorteile. Diese visuellen Modelle ermöglichen ein gemeinsames Verständnis über verschiedene Disziplinen (Markt, Finanzen, Technik, Recht etc.) hinweg und bilden so die Basis zur Erhebung von Marktdaten und Kennzahlen. Für eine periodische Analyse der Positionierung ist in erster Linie die Überprüfung der Marktmechanik und damit der Entwicklungen von Abhängigkeiten notwendig. Sofern die Marktmechanik Bestand hat, gibt es keinen Anlass die grundlegende Positionierung zu ändern.

 

Business Ecosystem als Erfolgslogik

In den frühen 90er Jahren wurde durch James F. Moore das Konzept des Business Ecosystem zur strategisches Planung eingeführt. Es lehnt sich an das aus der Ökologie schon länger bekannte Modell von komplexen Abhängigkeiten zwischen Pflanzen und Tieren an. Ein Unternehmen kann in Analogie ebenso als Objekt in einem komplexen, interagierenden System betrachtet werden. In einem Ecosystem sollen die die sozio-ökonomischen Zusammenhänge verschiedener Bedürfnisträger und ihrer Einflussfaktoren aufeinander ermittelt werden. In diesem Kontext ist vor allem das Instrument der Erfolgslogik, respektive der ursprünglichen System Dynamics bekannt, einer am MIT Mitte der 1950er Jahre von J.W Forrester entwickelten Methode. Sie unterstützt die Abbildung und das Verständnis von Zusammenhängen in einem komplexen System. Die Interessen eines Bedürfnisträgers im Ecosystem werden mit positiv und negativ gerichteten Abhängigkeiten dargestellt. Oft handelt es sich dabei um einen Basiskreislauf („+“ Kreis-laus) mit regulierenden negativ gerichteten Einflüssen („-„ Symbol).

 

Einflussfaktoren

 

In die Auswahl der Bedürfnisträger kommen typischerweise Kunden, Partner, Regulator, Mitbewerber, Hochschulen, Mitarbeiter etc.

In der Vernetzung der Interessen und Abhängigkeiten aller Bedürfnisträger entsteht ein Gesamtnetzwerk welches eine Modellierung eines komplexen Systems darstellt. Dieses System stellt gleichzeitig das Business Ecosystem respektive die Marktmechanik dar.

 

Business Modell Canvas

Bei der Entwicklung von Business Modellen erfreut sich das von Alexander Osterwalder entwickelte Business Modell Canvas immer grösserer Beliebtheit. Es stellt zum einen eine Methode aber auch visualisierte Form von Kernaspekten und ihren Abhängigkeiten in einem Business Modell dar.

 

BusinessModell

Quelle: Darstellung von Business Model Innovation – Alexander Osterwalder (Link)

 

Im Business Modell Canvas werden 9 Building Blocks beschrieben (siehe Grafik). Als zentrale Komponente die Value Proposition (Offer) mit dem am Markt platzierten Angebot. Neben den Markt Segmenten sowie Verkaufskanälen und Kundenbetreuung werden die im Unternehmen notwendigen Schlüssel-Aktivitäten, Ressourcen sowie Geschäftspartner identifiziert.

Die Herausforderung bei Business Modell Canvas liegt in der Identifikation von präzisen und in sich konsistenten Angaben. In dieser Hinsicht ergänzen sich die beiden Methoden nun hervorragend. Aufgrund der Überlegungen im Ecosystem können viele der relevanten Aspekte direkt in das Business Modell übernommen und ergänzt werden.

 

Periodische Positionierung

Auf Basis eines Business Ecosystems und Business Modell Canvas sind sie jederzeit gerüstet die Kernaspekte ihres Geschäftsmodells auf Herz und Nieren zu prüfen. Sie haben die Mittel in der Hand um mit Kollegen und Business Partnern kurz und prägnant auf die relevanten Themen einzugehen und die Zielsetzungen für kommende Perioden festzulegen. Es sind beständige und visuelle Instrumente, die in Ihrer Führung Klarheit schaffen.

 

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